‘Wo getrunken wird, wird uriniert‘

(Artikel in De Ondernemer)

UriLift in De Ondernemer van De Stentor

Im Jahr 2000 installierte Marco Schimmel seinen ersten UriLift, ein versenkbares Urinal für die nächtlichen Stunden. Es bietet dem Ausgehpublikum eine Lösung, wenn die Not groß ist. Als erste Stadt der Welt stellte Apeldoorn diese öffentliche Toilette im Zentrum auf, um das Wildpinkeln einzudämmen. Sobald die Sonne aufgeht und die Nachtschwärmer dem Einkaufspublikum weichen, verschwindet der UriLift im Boden.

Inzwischen gibt es gut 150 versenkbare Urinale von Pop-Up Toilet Company in den Niederladen. Vor kurzem hat das Unternehmen ein neues Damenurinal entwickelt. Eigentümer und Erfinder Marco beschäftigt sich bereits seit seiner Schulzeit mit Toilettenanlagen. „Als in Apeldoorn ein Test gegen das Wildpinkeln gestartet wurde, stellte ich jeden Freitag- und Samstagabend an mehreren Stellen KROS-Urinale (mobile Urinalanlagen) auf, die ich am nächsten Morgen wieder abgeholt habe. Darunter litt mein Sozialleben, denn ich schleppte ständig die Toiletten mit mir rum.“ Nach der Probezeit wünschte sich Apeldoorn eine stationäre Lösung und Marco erfand den UriLift.

Begeisterung

Mit Apeldoorn hat für Pop-Up Toilet Company alles angefangen. Inzwischen ist man auch im Ausland von dieser Sanitäranlage begeistert: das Kerngeschäft konzentriert sich für Pop-Up Toilet Company neben den Niederlanden auf Belgien, Deutschland und England. Außerdem ist das Unternehmen in Schweden, Dänemark, der Schweiz, Italien und Irland tätig. In Spanien, Frankreich und Südafrika werden Gespräche geführt. In Kürze werden die ersten UriLift Combi – die Variante mit zwei Urinalen für Männer und einem Urinal für Frauen – nach Australien verschickt.

„Die Möglichkeiten sind vielfältig, aber einfach ist es nicht. Den niederländischen Markt beherrschen wir mittlerweile ziemlich gut, jetzt kommt noch der Rest der Welt.“

Beamte

Die Engländer sind begeisterte Abnehmer des UriLift. Kurzfristig hat uns die Wirtschaftskrise einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Wir waren mit Manchester im Gespräch, aber als dort zehntausend Beamte entlassen wurden, verlor die Problematik des Wildpinkelns an Bedeutung. Glücklicherweise zieht der englische Markt wieder an.“

Auch in Deutschland gibt es eine Reihe von UriLifts, wenn auch nach Marcos Meinung noch viel zu wenige. „Zwanzig Stück, obwohl es durchaus Hunderte sein könnten. Was das Wildpinkeln betrifft, vertritt Deutschland eine andere Einstellung dazu als die Niederlande. Das Problem ist dasselbe, aber die Deutschen reden nicht gerne darüber. Außerdem gibt es viele ältere Beamte, die wenig Verständnis für die Problematik des Wildpinkelns haben.“

Frauen

Marco ist von seinem Produkt absolut überzeugt. „Wo getrunken wird, müssen Menschen Wasser lassen. Dann ist der UriLift die Lösung gegen das Wildpinkeln. Wir halten die Innenstädte nachts sauberer.“ Im März wurde der erste UriLift für Frauen in Amsterdam aufgestellt.

Quelle: De Ondernemer