Ausschreibung Sanitäranlagen Schouwen-Duiveland

„Wir haben nach der besten und nicht nach der billigsten Idee gesucht.“

In der Gemeinde Schouwen-Duiveland (Zeeland) stehen auf zwei Parkplätzen funkelnagelneue Sanitäranlagen von Pop-Up Toilet Company: am Rande des Zentrums von Zierikzee und in der Nähe des Strandes bei Westenschouwen. Sowohl für die Gemeinde als auch für Pop-Up Toilet Company ist dieses Projekt aus verschiedenen Gründen etwas Besonderes.

Geschäftsführer Marco Schimmel: „Normalerweise muss man bei einer Ausschreibung seitenlange Vorschriften und Richtlinien erfüllen. Die Gemeinde Schouwen-Duiveland ist anders vorgegangen: auf einer halben DIN-A4-Seite wurde zusammengefasst, was man erwartete und wir mussten einfach zeigen, was wir können! Dieses Projekt war von Anfang an eine tolle Herausforderung für uns.“

Toiletunit Zierikzee

Zwei Teilprojekte

Die Ausschreibung bestand aus zwei Teilprojekten mit jeweils einer völlig eigenen Vision, Zielsetzung und Ausstrahlung. Es ging um eine Sanitäranlage beim Parkplatz am Rande des Zentrums von Zierikzee sowie um eine Anlage auf dem Parkplatz beim Strand in Westenschouwen, in der Nähe der Dünen.
Toiletunit Westenschouwen-min

Keine Leistungsbeschreibung

Sylvia van Rienderhoff, Beraterin und Projektleiterin Architektur der Gemeinde Schouwen-Duiveland: “Es ist ein offener Auftrag geworden, für den wir keine Leistungsbeschreibung, sondern nur einen kurzen Anforderungskatalog erstellt haben. Wenn man eine Anfrage von vornherein mit Vorschriften, Protokollen und Anforderungen „zukleistert“, bleibt kein Raum mehr für die Kreativität und den Erfindungsreichtum des Lieferanten. Wir waren auf der Suche nach einer Marktpartei, die uns eine Lösung bieten sollte, auf die wir selbst nicht hätten kommen können.” Drei Marktparteien wurden aufgefordert, einen Leistungsplan zu schreiben und eine Präsentation zu halten. Der Auftrag wurde an Pop-Up Toilet Company vergeben.

Von der ehrlichen Empfehlung zur besten Idee

Van Rienderhoff: „Marco ist absolut ehrlich, wenn er eine Empfehlung ausspricht. Er hat uns mitgeteilt, dass er die in unserem Anforderungskatalog gewünschte Qualität zwar liefern könnte, jedoch nicht zu diesem Budget. Wir haben ihn aufgefordert, zu zeigen, was machbar ist. Das hat er getan. Außerdem ist uns aufgefallen, wie viel Energie er darauf verwendet hat. Er hat zwei Tage vor Ort verbracht, um sich einen Eindruck zu verschaffen, was hier tagsüber und abends los ist. Auf der Grundlage dessen, was er gesehen hatte und aufgrund seiner praktischen Erfahrungen hat er eine solide Empfehlung ausgesprochen, mit der wir beim Gemeindevorstand waren und wurde das Budget für die Realisierung des Projekts angepasst. Das ist es, was wir uns von einer Marktpartei gewünscht haben: nicht die billigste, sondern die beste Idee zu finden.“

Anpassungen

Van Rienderhoff: „Unsere Vorstellung für die Anlagen in Zierikzee und Westerhoek wurde auf Empfehlung von Marco angepasst. Aufgrund der Besucherzahl pro Tag zeigte sich, dass wir uns für Zierikzee (in Fußnähe zum Zentrum) zu viele und für Westenschouwen (am Ende des Weges zum Strand) zu wenige Sanitäranlagen vorgestellt hatten. Da zeigt sich das spezifische Wissen einer Marktpartei und das brauchten wir.“

„Ent-sorgen“

Dieses Wissen und die Erfahrung waren auch auf der Baustelle von Vorteil. „Der Mitarbeiter des Energieunternehmens war wie vereinbart am Freitag vor Ort, um das Gebäude anzuschließen. Das ging seiner Meinung nach jedoch nicht, denn die Montageplatte erfüllte nicht die Vorgaben des Bauerlasses. Der Technikraum bot zwar genügend Raum, aber er weigerte sich trotzdem. Da steht man dann … Aber Marco sprang in sein Auto, fuhr zum Baumarkt, ließ eine Platte nach Maß anfertigen und hängte sie in den Technikraum. Fertig! Wo findet man das schon, dass sich der Geschäftsführer eines Unternehmens eigenhändig um eine Lösung kümmert?!“

Toiletunit Westenschouwen met douches

Tolle Ausschreibungsphase für alle

Van Rienderhoff blickt auf eine angenehme Zeit zurück. „Ich hatte Kontakt mit allen, die etwas damit zu tun haben: von den Gebäudereinigern, vom Außendienst bis zu den Stadtplanern für die Festlegung des Anforderungskatalogs. Diese Vorgehensweise bei einer Ausschreibung hat Spaß gemacht. So hat es auch das Projektteam empfunden. Sie ist viel stärker ergebnis- als verfahrensorientiert. Die Ausführungsphase ist kürzer, weil man weiß, was man bekommt. Das Team von Pop-Up Toilet Company kam am Montagmorgen und war am Freitagnachmittag fertig!“